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Ein Untergeschoss bietet zu geringen Mehrkosten wertvolle Zusatzflächen, die die Lebensqualität erheblich steigern.

 

Kellergeschoss - pro und kontra!

80 Prozent planen ein Untergeschoss

Keinen Wohnraum verschenken - Kellerausbau

Keine Kompromisse beim Wärmeschutz

 

 

Die Entscheidung gegen ein Untergeschoss muss deshalb sorgfältig durchdacht werden. Korrigieren lässt sich diese Fehlentscheidung nicht.

 

Kellergeschoss - pro und kontra!

Ein Keller birgt viel Potential in sich. Er kann wichtige, aber den Wohnbereich störende Räume aufnehmen. Beliebt sind Bäder, Saunas, Hobbyräume, die Hausbar oder der Partykeller, Fitnessraum, Waschküche und Lagerräume sowie die Tiefgarage. Mancherorts werden sogar sogenannte Souterrain-Wohnungen in ihm untergebracht. Letztlich dient der Keller aber immer der Unterbringung von Technikräumen, wie dem Hausanschlussraum (HAR), dem Heizungsraum und dem Brennstofflager. Auch werden Keller, wenn sie vorhanden sind, gern umgenutzt bzw. ausgebaut. Einige Hausanbieter bieten den "Ausbaukeller" an, der in Eigenleistung ausgebaut wird, sobald wieder Geld in der Kasse ist.

 



Es gibt viele Gründe, die für einen Keller sprechen. Jedoch ist ein Keller immer auch eine Kostenfrage, denn die Tiefgründung, die ein Keller erfordert, ist teurer als eine Flachgründung. Reale Mehrkosten entstehen beim Bodenaushub, der Kellerdecke und den Kellerwänden.

Ein Beispiel für Mehrkosten beim Erdaushub: Für ein Haus mit einer Grundfläche von 10x10 m, die unterkellert werden soll, ist ein Volumen von 340,67 m³ auszuheben und abzutransportieren (Tiefe 2m, Arbeitsbereich 0,5 m um die Wände, Böschung 45°). Der Kubikmeter kostet ca. 20 €. Das ergibt Mehrkosten von 6.813 € allein für den Erdaushub. Das Verfüllen der Grube mit Mutterboden kostet 14 €/m³ und schlägt dann nochmals mit 140m³ x 14 €/m³ = 1.970 € zu Buche. Macht also allein für die Grube einen Aufwand von 8.783 €. Wände, Decke, etc. sind noch nicht dabei!

Bei hohem Grundwasserspiegel muss die Kellerwand besonders gegen drückendes Wasser geschützt werden, was eine sehr gute Ausführung der Baufirma verlangt, die meisten Mängel und Probleme verursacht und die Kosten erhöht.

Doch sollte man sich die Kosten für einen Keller sparen? Man sollte es besser nicht, denn ein Haus ohne Keller ist wie ein Auto ohne Kofferraum und wenn man erst einmal merkt, dass einem so mancher Stau- oder Funktionsraum fehlt, beginnt man sich einen Schuppen in den vielleicht ohnehin schon sehr kleinen Garten zu stellen. Diese Verschwendung von Grundstückfläche sollten Sie vermeiden. Bedenken Sie, dass ein Haus mit Keller auch kleiner sein kann, da Sie einige Räume Ihres Hauses gleich in den Keller mit einplanen können. Außerdem gilt ein Keller nicht als Vollgeschoss, wenn seine Deckenoberkante im Mittel nicht höher als 1,40 m über der festgelegten Geländeoberfläche liegt und nicht mehr als zwei Drittel seiner Grundfläche höher als 2,30 m sind. Daher kann ein solches Kellergeschoss immer neben der zulässigen Gesamtfläche (die mittels GFZ im Bebauungsplan festgesetzt wird) hinzugenommen werden. Der hohe Komfortfaktor eines Kellers erhöht auch den Wiederverkaufswert eines Hauses.

80 Prozent planen ein Untergeschoss

Vielfältig genutzter Keller erhöht Wohn- und Lebensqualität deutlich.

Auf die Fragen: Planen sie Ihr Haus mit Keller? und -Wie nutzen Sie Ihren Keller? an mehreren hundert Eigenheimbesitzern und Architekten gestellt - antworteten achtzig Prozent der Bauherren, dass sie mit Keller bauen wollen und über achtzig Prozent, dass sie ihr Untergeschoss für Hobby, Spiel und Werkstatt nutzen. Bereits dreißig Prozent benötigen im Keller Platz für eine alternative Haustechnik, z.B. Wärmepumpen. Damit bestätigt sich das Ergebnis früherer Umfragen von Bauherren, die ohne Keller gebaut haben: Zwei Drittel bedauerten den Verzicht auf das Untergeschoss.

In den neunziger Jahren sank der Anteil der Genehmigungsanträge für unterkellerte Einfamilienhäuser auf ca. 60 %. Wie die Umfrage ergab, steigt ihr Anteil inzwischen wieder auf 80 %. Dies entspricht etwa dem langfristigen Schnitt. Die veränderte Einstellung zum Keller zeigt sich auch in dessen Nutzung. Als Rumpelkammer ist der Keller viel zu teuer. Mit Räumen für Hobby, Spiel, Hauswirtschaft, Arbeit, Fitness und Sauna erhöht er dagegen deutlich die Wohn- und Lebensqualität.

Ein Keller ist preiswerter, als viele Bauherren denken. Sie unterschätzen die, ohne Keller, anfallenden Kosten für eine frostsicher gegründete Bodenplatte, Zusatzflächen in den Geschossen für Hausanschluss, Heizung, Waschmaschine, Trockner u. ä. sowie für Kellerersatzräume, die dann meistens nicht frostsicher sind. Dass ihre Beleihungsgrenze niedriger ist, treibt die Zinsen in die Höhe. Der Grund: Kreditinstitute wissen, dass sich nicht unterkellerte Häuser deutlich schwerer und nur zu einem schlechteren Preis verkaufen lassen.

Keinen Wohnraum verschenken - Kellerausbau

Das Einziehen von Zusatzwänden ist unproblematisch. Man kann sie mauern (lassen) oder in Form von Holzleichtbau- oder Metallständerwänden auch in Eigenleistung errichten.

Nur die Einrichtung einer zusätzlichen separaten Wohnung ist genehmigungspflichtig.

Als Kohlekeller, Kartoffellager wird das Untergeschoss heute kaum noch gebraucht. Warum also nicht den Keller ausbauen? Das geht unter Umständen relativ einfach. Nur wenn eine zusätzliche, separate Wohnung entstehen soll, bedarf es einer Genehmigung.

Grundsätzlich gilt: Ein Kellerausbau, der lediglich den vorhandenen Wohnraum für die Eigennutzung erweitert, ist genehmigungsfrei. Dennoch wird ein Architekt oder Statiker gebraucht, wenn z. B. tragende Wände teilweise oder ganz entfernt werden sollen. Das Einziehen von Zusatzwänden ist normalerweise unproblematisch. Man kann sie mauern (lassen) oder in Form von Holzleichtbau- oder Metallständerwänden auch in Eigenleistung errichten. Dabei wird auch der Türeinbau den versierten Heimwerker kaum vor Probleme stellen. Selbst für haustechnische Installationen gibt es heute Eigenleister-Bausätze. Hier ist jedoch schon eher Vorsicht geboten. Arbeiten wie Gas- oder Elektroanschlüsse darf ohnehin nur der Fachmann ausführen!

Die Raumhöhe sollte auch oder gerade im Untergeschoss mindestens 2,20 Meter betragen. Gemeint ist die sogenannte lichte Höhe, also die verbleibende Höhe nach Einbau von Estrich, Bodenbelag und gegebenenfalls abgehängter Decke; besser wären 2,30 Meter oder mehr.

Keine Kompromisse beim Wärmeschutz

Tageslicht kann man mit Fenstern und vorgesetzten Lichtschächten in die Kellerräume zu bringen. Sowohl Fenster als auch Lichtschächte lassen sich auch nachträglich einbauen.

Keine Kompromisse sollte es beim Wärmeschutz geben. Denn es macht doch keinen Sinn, einen Gutteil der kostbaren Wärme durch ungedämmte Wände und durch den Boden Richtung Erdreich hinauszuheizen. Für die Innendämmung gibt es unterschiedliche Materialien wie Mineralwolle- oder Holzweichfaserplatten.

Eine gute Info-Adresse vor dem Projekt Kellerausbau ist die Architektenkammer des jeweiligen Bundeslandes. Hier bekommt der Hauseigentümer Informationen und Beratung und er kann nach erfahrenen Architekten fragen.

 

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